Ok, ein bisschen altersabhängig sind die Tipps jetzt schon. Der aktuelle Tipp ist allerdings über alle Generationen hinweg ein Lesemuss mit lockerem Lesefluss:

Mein Sohn (25) verschlingt gerade (nach mir;-)  „MIRO“ – geschrieben vom fantastischen Sportautoren Ronald Reng. Denn Klose hat meinen Sprössling, den ich seit seiner Minikickerzeit oft zu Werder mitnahm, in seinem Fußballleben lange begleitet.

Zur Sache: Der kleine Miro kam mit acht aus Polen, verstand hier kein Wort und war unglücklich. Über Straßenfußball verschaffte er sich Anerkennung und gewann Freunde. Lernte dann Zimmermann und sprang erst in seinen Zwanziger Jahren quasi von der Bezirksliga in die Bundesliga. Als Nobody kurz danach sogar ins Nationalteam. Im Zeitalter von Jugendleistungszentren HEUTE UNDENKBAR. Damals allerdings ebenso.

Vier Weltmeisterschaften später ist er eine Leder-Legende – seine 16 WM-Tore werden sicher nicht so schnell übertroffen. Ob Kaiserslautern, Bremen oder Rom – die Fans lagen ihm zu Füßen. Fazit: PFLICHTLEKTÜRE für Fußballfans!!!

Mein zweiter Top-Tipp lässt dann wohl eher die Ü50er mit der Zunge schnalzen:

GÜNTER NETZER – AUS DER TIEFE DES RAUMES

 

Kein Fußballer ist lebenslang seiner Frisur treu geblieben – und auch sich selbst. Unfassbar, wie er in Gladbach nicht nur die Stadionzeitung herausgab, sondern auch noch eine Disco eröffnete, um sich etwas dazu zu verdienen. Hat ja geklappt – er parkte seinen Ferrari gerne demonstrativ davor.

Unvergessen, wie er mit raumgreifenden Schritten und wehender Mähne das Spiel der Fohlen-Elf prägte. Und auch mich in meiner Kindheit und Jugend. Ich wollte gar kein Stürmer sein – zumal ich gerne mal Hundertprozentige versemmelte. Das Spiel aus dem Mittelfeld zu lenken und auch Pässe in die Tiefe des Raumes zu spielen – das machte mir Spaß. So setzte ich lieber die Stürmer ein, die eiskalter als ich die Bälle versenkten.

Mit seinem Gladbacher Trainer Hennes Weisweiler lag er allerdings im Dauerclinch über taktische Belange. Legendär geradezu, wie er sich in der Verlängerung des Pokalfinales 1973 gegen Köln selbst einwechselte. Um dann nach einem Traum-Doppelpass mit Rainer Bonhof das Spielgerät mit einem Traumsiegtor „einzunetzern“.

Fazit: Unbedingt lesen und die beschriebenen Szenen immer parallel bei youtube schauen. Gilt auch für MIRO. Steigert den Lesespaß und das Verständnis für die jeweilige Zeit und Situation. Have fun!